Bücher:

 

Uwe B. Schirmer (2018): Einfühlsam Gespräche führen. Bern: Hogrefe Verlag.

 

 

Leseprobe zum Buch:

 

Vorwort
Connection before Correction.

 

Wer helfende Beziehungen kennt, weiß: keine Kooperation ohne Kommunikation und ohne Kooperation keine wirksamen Interventionen. Kommunikation ist alles, sie ist allgegenwärtig und Grundlage unseres sozialen Miteinanders. Mit Kommunikation lässt sich im Leben vieles erreichen, ohne Kommunikation zumeist nichts. Die wahre Bedeutung von Kommunikation liegt in ihrer Funktion des herstellen einer Verbindung zu anderen Menschen. Von Geburt an gehört es zu menschlichem Leben in Verbindung mit anderen Menschen zu treten. Unsere Entwicklung ist von Anfang an auf Bindung und damit Beziehung angelegt. Die universellen menschlichen Bedürfnisse nach Bindung und Verbundenheit sind ein wichtiger Grund für unsere in der Evolution angelegte Fähigkeit zu Empathie. Wir wenden uns den Menschen zu, die feinfühlig und achtsam mit uns umgehen, denen wir vertrauen können. Doch wie kann ich wissen was DU fühlst und brauchst – Ich bin nicht DU. Damit wir andere besser verstehen und ihre Signale leichter entschlüsseln können brauchen wir die Fähigkeit zu Empathie. Unsere eigene Fähigkeit zu Empathie stellt die wesentliche Voraussetzung zum Aufbau und Erhalt von qualitätsvollen Beziehungen dar, die auf Vertrauen und Annahme beruhen und so einen möglichen Weg für Entwicklung ebnen. Der Fokus zwischenmenschlichen Handelns, auch das des helfenden und fürsorglichen Handelns im professionellen Kontext, sollte daher auf das ausgerichtet sein, was uns Verständnis und Annahme unseres Gegenüber ermöglicht, also auf das was uns als Menschen verbindet, anstatt auf das was uns trennt.

 

Menschliches Leben ist von der ersten Sekunde seiner Existenz verletzlich und da ist es wenig verwunderlich, dass es in der Natur des Menschen die natürliche Veranlagung zu Mitgefühl und Fürsorge gibt. Professionelle Helfer brauchen eine klare Vorstellung wie sie „empathisch“ sein können. Empathie ist kennzeichnend für die Qualität ihrer Arbeit. In Anbetracht der Bedeutung von Empathie brauchen sie, anstatt der in Fachbüchern helfender Berufe üblichen Appelle «sei empathisch», einen offenen und intensiven Diskurs mit welchen Vorgehensweisen Empathie entwickelbar und das heißt lehr- und lernbar ist. Dieses Buch richtet den Fokus auf Empathie, versucht diese zu beschreiben und stellt eine Möglichkeit vor die Empathie lehr- und lernbar machen kann. Bei der Bedeutung von Empathie für eine zwischenmenschliche Beziehung brauchen die professionellen Helfer einen effektiven Weg um die eigene Empathiefähigkeit weiterentwickeln zu können. Dazu gibt es eine Vielzahl von Fragen, etwa: Was sind die integralen Bestandteile von Empathie oder wie wird Empathie erlebbar? Welche Fähigkeiten und Wertehaltungen sind erforderlich, um Empathie in der Begegnung mit Menschen zu realisieren?  Dieses Buch hat weder den Anspruch „den“ einzig möglichen Weg von Empathie, noch den „best way“ dafür vorzustellen. Es wird eine „Einfühlsame Gesprächsführung“ vorgestellt deren Kern der empathische Prozess ist. Dieser empathische Prozess wird als ein „handlungsorientierter Prozess“ beschrieben der zeigt wie Empathie umgesetzt werden kann. Was hier nüchtern und technisch klingt wird durch das eigene Sein bei der Begegnung mit Menschen so stark beeinflusst, dass eine Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung geboten ist. Demnach werden auch die Themen Werte und Haltungen erörtert. Neben der Bereitschaft und Fähigkeit zu Empathie braucht es eine Wertehaltung der professionell Helfenden die eine verbindliche, offene und auf Annahme basierende Grundeinstellung als Fundament für die helfende Beziehung bietet. Nur so wird das wachsen können was Halt, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten in der helfenden Beziehung möglich macht. Der hier vorgestellte empathische Prozess basiert auf der «Gewaltfreien Kommunikation» nach Marshall B. Rosenberg (2007) die in den vergangenen Jahren weltweit zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Buch wird eine Übertragung Rosenberg‘s Arbeit für die praktische Anwendung im Kontext professioneller Interventionen der helfenden Berufe vorgestellt.

 

Uwe Bernd Schirmer

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Uwe B. Schirmer (2020): Psychopharmakotherapie und Empowerment. Ein Trainingsprogramm zum selbständigen Medikamentenmanagement. Köln: Psychiatrie Verlag.

 

 

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Mitautor bei den Fachbüchern ab 2009:

Schirmer U: Wochenthema. In: Mayer M et al: Praxisanleiterhandbuch. Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig S. 173-186 (2011).

 

 Schirmer U et al: Prävention von Aggression und Gewalt in der Pflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft (2009).

 

Artikel in Fachzeitschriften

Schirmer U: Einfühlsame Gesprächsführung in der Pflege. Psychiatrische Pflege Heute 16: 36-39 (2010).

 Schirmer U: Gewaltfreie und Einfühlsame Kommunikation nach Rosenberg. Certified Nursing Education. Thieme CNE online (2010).

 Schirmer U: Systematische Bildungsbedarfermittlung bei Pflegekräften. Elektronische Publikationen der Universität Konstanz. URL: http://www.ub.uni-konstanz.de/opus-hswgt/volltexte/2006/15/ (2006).